Archive for April, 2008

Akt 2: Der erste Tag “auf Kurs”

Wednesday, April 30th, 2008

oder: Der große Frust.
Beim Frühstück kriege ich vor lauter Aufregung kaum ein ganzes Brötchen runter, den Kaffee lasse ich mal besser stehen - bin ja ohnehin schon ganz hibbelig. Pünktlich um halb neun bin ich am Stall, und treffe dort meine Mit(st)reiter: Birgit und Ulli, die zusammen mit mir das IVer in Angriff nehmen, sowie die IIIer Anwärter Anja, Patti, Christina, Klaus, Jenny und Lisa. Auch die Pferdemannschaft ist bunt gemischt: außer Jonnypony sind noch drei Quarter (Joker, Smartie und Spider) , zwei Hafis (Nino und Bento) und ein Fjordi (Obelix) zu Gast, außerdem machen noch zwei der CS-Pferde bei uns mit: Manjana (eine Mestizo-Schimmelstute) sowie Toms Turnierpferd Skip (ein selbstgezogener Quarter-Hengst, der wohl schon mal einem Turnier die Trail-Deko hat mitgehen lassen).

Doch zuerst geht’s mit einem Block Theorie los, Thema “Reitlehre”: Sitz und Hilfengebung, die “Ausbildungsskala des Reiters”. Hm. Wenn es danach geht, werde ich nie ein guter Reiter… *seufz*

Im Anschluss werden die Horsemanship Pattern besprochen: Sowohl die IIIer als auch die IVer reiten das jeweilige Pattern Nummer 3. Wir haben zwar Glück, weil unser Pattern nicht das schwierigste der vier Prüfungspattern ist - aber es hat die fiesen Übergänge auf X, die ich hasse wie die Pest. Außerdem müssen wir unsere Zirkel zwischen den aufgestellten Pylonen anlegen, d.h. die Kringel werden nicht nur wesentlich kleiner, als wir das gewohnt sind, sondern es fehlt auch an jeweils drei Seiten die Begrenzung… Da nicht aus der Bahn zu fliegen wird wesentlich schwieriger, als wir uns das vorgestellt hatten.

Nach dem Aufwärmen reitet jeder sein Pattern zum ersten Mal durch - die meisten bekommen eine Ansage, aber ich darf zusehen, dass ich es auswendig hinbekomme… :-/ Mehr schlecht als recht stöpseln Jonnypony und ich uns durch die Aufgabe, unsere Galoppkrise ist anscheinend auch noch nicht so recht überwunden. Zu allem Überfluss werden wir dabei gleich auf Video gebannt *grummel*, und anhand der Aufnahmen bekommen wir dann alle unsere Hausaufgaben für die nächsten Tage.

Gut, dass die Manöverkritik erst nach dem (sehr leckeren!) Essen stattfindet, sonst hätte es mir garantiert den Appetit verchlagen: angefangen von meiner Rücklage und den schlackernden Beinen, über die tiefen Hände, das rückenlose Pony, die verdrehten Schultern, den rumpeligen Übergang zum Jog bis hin zum aufgerollten Backup: anscheinend kann ich gar nix richtig machen. Was will ich hier eigentlich?!

Nachmittags gibt’s theoretische Ausrüstungskunde rund um den Sattel, anschließend noch eine Doppelstunde Trail. Tom übt mit uns das Tor und die Box (Jog over und “Mittelhandwendung”), mit Sabine üben wir die Stangengasse (Sidepass und Backup).

Beim Tor weiß JP wie immer alles besser und semmelt mit mir ziemlich unkontrolliert durch. Mit dem Erfolg, dass wir das ganze gleich noch mal machen müssen. Diesmal werde ich etwas grob - “harmonisch” ist leider was anderes, aber wenigstens rempelt das Pony das Tor nicht mit seiner Nase auf - oder mit mit meinem Knie dann wieder zu…

Beim Jog over muss ich auf jeden Fall die Beine mehr rannehmen - komme dafür zwar gar nicht mehr zum Sitzen, aber was soll’s… Und bei der Flaschendrehung muss ich aufpassen, dass JP nicht “hinterrücks ausfallend” wird und rückwärts gegen die Stangen latscht.

Bei den Stangen (sowohl beim Seitwärts als auch beim Rückwärts) schreit Jonny mal wieder “Ich weiß es! Ich weiß es!” und rennt mir quasi unter dem Hintern weg. Also auch hier: Pony bremsen! Und auch beim Sidepass über der Stange aufpassen, dass Jonny nicht - wie auch schon in der Box - rückwärts gegen die Stange semmelt.

*seufz* Naja, jetzt wissen wir wenigstens, was wir üben müssen…

Der Ponyführerschein - Drama in 6 Akten

Tuesday, April 29th, 2008

Akt 1: Wenn’s Pony eine Reise tut…

… dann gibt es einiges dafür zu tun: Bereits am frühen Nachmittag fange ich langsam an, Jonnypony nebst Accessoires in einen reisefertigen Zustand zu versetzen. Das Timing passt, pünktlich um 16 h ist das Pony verladen und wir sind - nach einem Anruf seitens meines Kollegen, dem ich zu diesem Zeitpunkt aber leider nicht mehr helfen kann - tatsächlich startbereit. Allerdings gibt es schon kurz bevor wir auf die Autobahn fahren die erste Abweichung vom Plan: den aktuellen Stau zwischen Pfaffenhofen und Allershausen wollen wir weder uns noch JP antun, also fahren wir erst noch ein bisschen über Land.

Insgesamt ist recht viel los unterwegs - den halben abendlichen Berufsverkehr rund um München bekommen wir leider noch ab, noch dazu regnet es immer wieder und ich muss auf der Autobahn teilweise höllisch aufpassen, dass ich Beate samt Pferdeanhänger nicht aus dem Rückspiegel verliere. Erst auf der B12, als ich mich wieder gemütlich hinter den Hänger verkrümeln kann, entspannt sich die Lage. Verkehr und Wolken lichten sich, und irgendwann fühlt es sich zum ersten Mal tatsächlich ein wenig nach Urlaub an.

Bei der Gurkerei hinter Ampfing freue ich mich, ein Schild in Richtung Salmanskirchen zu finden - denn dort ist mein Quartier für die nächsten Tage. Jetzt muss ich mir “nur noch” merken, wie ich nach Muttersham komme, damit ich den Weg am nächsten Morgen auch alleine finde… *seufz*

Beim California Stable angekommen, wird erst mal Jonnypony ausgepackt und nach Begrüßung durch sowohl den hofeigenen Aussie und durch Tom wird das Pony in seiner Gastbox - praktischerweise direkt neben dem All-you-can-eat-Buffet Heulager - geparkt. Nach einer kurzen Pause drehen Beate, JP und ich noch eine Runde “um den Block”, um uns die Füße nach den ca. zwei Stunden Fahrt noch etwas zu vertreten. Jonnypony ist dabei ganz entspannt - ich weiß nicht, ob er sich erinnert, schon mal hier gewesen zu sein, oder ob einfach generell so eine coole Socke ist, dass es ihm überhaupt nichts ausmacht, so durch die Weltgeschichte geschippert zu werden…

Jonnypony am All-you-can-eat-Buffet

Jonnyponys Gästezimmer, im Hintergrund das All-you-can-eat-Buffet

Solange wir noch halbwegs Tageslicht haben, ziehen Beate und ich uns zurück. Bzw. Beate zieht den Hänger zurück nach Pfaffenhofen, ich begebe mich auf die Suche nach der Ritterstubn in Salmanskirchen. Dank Sabines Wegbeschreibung finde ich mein Nachtlager auch beinahe problemlos… *hüstel* Bis ich mich dort allerdings häuslich eingerichtet und brav Tagebuch geschrieben habe, ist es zu spät zum Lernen. Also wird nur noch ein bisschen gelesen (allerdings auch nichts komplett artfremdes: Horst Stern: So verdient man sich die Sporen).

Harry, fahr schon mal den Wagen vor!

Monday, April 28th, 2008

Ich habe einen persönlichen Chauffeur!

Naja, nicht ganz. Aber immerhin hab ich mal wieder einen Taxifahrer gefunden, dem die Fahrt vom Isartor bis zum Autobahndreieck Holledau nix ausmacht, der den Weg inzwischen sogar fast auswendig kennt, so dass ich nicht mehr großartig vorsagen muss wo’s lang geht, der sich mit Plastik bezahlen lässt, und bei dem es im Normalfall genügt, wenn man eine halbe Stunde vor der Fahrt anfragt.

Und er heißt Harry. :-)

La(h)ma dama

Monday, April 28th, 2008

Na, toll… Knapp zwei Wochen, bevor Jonnypony und ich zum Kurs fahren sollen, hat JPs Mitbewohnerin Tough nichts besseres zu tun, als nach dem Pony zu treten - und zu treffen. Genaues sieht man leider nicht - auch die TÄ, die inzwischen mehrfach zur Grätenbesichtigung da war, sieht nichts Auffälliges - aber das Pony humpelt leider eine Woche vor Kursbeginn immer noch.

Erst am Samstag darf Jonny wieder eine Viertelstunde bewegt werden, am Sonntag dann immerhin schon eine “ganze halbe” Stunde. Wir semmeln also nach 10 Tagen Pause mehr schlecht als recht durch den vorbereiteten Trail. Punktgenaue Übergänge haben wir nicht im Angebot, dafür eckige Schlangenlinien um die Pylonen, einen geschmeidiges gegen-die-Stangen-Latschen beim Sidepass im Stangen-U, Einen Trabtritt zuviel bei den Jog-over-Stangen und ein beinahe umgeholztes Hütchen beim “rückwärts-um-das-Pylönchen-fädeln”. *seufz*

Ich würde ja sagen “wir arbeiten dran”, aber so viel Zeit haben wir nicht - morgen geht’s los. TÄ und Beate meinen, dass die angeschlagene Gräte das aushält. Zur Not bekomme ich noch Schmerzmittel mit. Für JP. Für mich darf’s wahrscheinlich eher die Familienpackung Notfalltropfen sein… ;-)