Nach einigen wenig schmeichelhaften Kommentaren zum Silverlight Bootcamp, das gerade mal zwei Wochen vorher stattgefunden hatte, war ich zugegebenermaßen skeptisch, was das zweitägige “Mercury”-Training bringen würde - zumal man mir auf meine Nachfrage hin bestätigt hatte, dass diese Veranstaltung mit dem Bootcamp vergleichbar sei. Keine besonders guten Aussichten…
Ein Kritikpunkt am Bootcamp - eine wahre Installationsorgie am ersten Tag, bis bei allen Teilnehmern auch wirklich alle benötigten Programme reibungslos funktionierten - schien schon vermeidbar, da wir vorab gebeten wurden, das Expression Studio und das Visual Studio zu installieren. Leider waren nicht die genauen Versionen der Programme angegeben, ebeno fehlten diverse Servicepacks, Toolkits oder ähnliches, und so verbrachten wir dann leider doch einen guten Teil des Vormittags damit, diverse DVDs, USB-Sticks und externe Platten rumzureichen, auf denen die erforderlichen Setups verteilt waren…
Der restliche Vormittag wurde mit allgemeinen Erläuterungen zu Silverlight, den verwendeten Tools und dem generellen Workflow gefüllt. Ich weiß nicht, wie viel die anderen Teilnehmer davon hatten. Da ich mich schon ein bisschen mit dem Thema befasst habe (*hüstel*), war für mich nicht viel Neues dabei. Aber immerhin konnte man die Zeit hervorragend dazu nutzen, doch noch schnell das ein oder andere zu installieren (”Wer hat den Stick mit dem Drei-Fünfer-Framework?!”)
Zur Mittagspause lag der Zwischenstand “Bootcamp vs. Mercury Training” folglich bei 0: 0.
Nach der Mittagspause (mmmh, lecker Steak…) ging es dann ans praktische Ausprobieren des Workflow: Wie zeichne ich eine Grafik in Design, wie exportiere ich die XAML-Daten, und wie bekomme ich diese wiederum in Blend importiert? Und wie bringe ich Bewegung in das Ganze, wo kann ich auf welche Events reagieren und wie verknüpfe ich diese Events mit JavaScript? Alles noch nicht wirklich neu, aber wenigstens etwas interessanter, da wir selbst ein bisschen rumbasteln konnten und nicht nur einfach beschallt wurden.
Da die Bootcamp-Leute am ersten Tag den Button nur gebastelt, aber noch nicht programmiert hatten, betrug der Tagesendstand “Bootcamp vs. Mercury” also 0:1 für Mercury.
Das lag wahrscheinlich auch daran, dass unser Schulungsleiter aus der WPF-Ecke kam und (im Gegensatz zu eher “marketing-belasteten” Silverlight-Menschen) auf jeden Fall fachlich fit war - auch wenn er die Schulung heute zum ersten Mal hielt und manchmal erst nachlesen musste, was er uns zu bestimmten Themen denn überhaupt alles erzählen sollte.
Ich bin auf jeden Fall auf morgen gespannt, wenn wir Silverlight 1.1 2.0 etwas genauer unter die Lupe nehmen.