Wir (d.h. Frank, Andreas, ich und noch ca. … äh…60? andere Opfer Interessierte) konnten nicht behaupten, wir seien nicht gewarnt worden: “Remember, this course […] runs for a grueling 9 hours, so get a good night sleep and be ready for a heavy onslaught of ActionScript 3.0 info!”
Und ja, es war ein anstrengender Tag. Obwohl von uns Teilnehmern nicht viel mehr verlangt wurde als uns pünktlich unter den Kronleuchtern des Festsaals im Künstlerhaus einzufinden und uns einen Tag lang von einer geballten Ladung Fachkompetenz - nämlich Colin Moock - die Geschichte vom Pferd Basics der objektorientierten Programmierung mit AS3 erzählen zu lassen. Zugegeben, für mich persönlich war nicht sehr viel Neues dabei, obwohl ich bisher noch nicht allzuviel mit AS3 gemacht habe. Aber die Informationen wurden verständlich und unterhaltsam präsentiert, so war ich nur selten in Versuchung, von Colins anfänglichem Angebot Gebrauch zu machen (sinngemäß: “Wenn ihr ne Runde pennen wollt, während ich hier rede, nur zu - ich bin eh immer noch hier am reden, wenn ihr wieder wach werdet…”).
Das gezeigte Beispiel (”Wir basteln uns ein Tamagotchi”) war gut nachzuvollziehen, und ich fand es äußerst beruhigend, dass ich etliche Teile des Programms ähnlich (wenn auch nicht unbedingt haargenauso) aufgebaut hätte. Gut zu wissen, dass auch die Profis nur mit Wasser kochen. Ebenfalls gut zu wissen, dass auch Leute wie der große AS-Meister es lästig finden, sich um so profane Dinge wie die Anzeige von grafischen Elementen kümmern zu müssen, wenn es doch viel spannendere Aufgaben gibt.
Im Laufe des Tages wurde allerdings nicht nur erklärt, wie man ein Tamagotchi bastelt, sondern es gab auch etliche Tipps zur generellen Vorgehensweise wie z.B.
- “Magische Zahlen” vermeiden, d.h. hartcodierte Werte nach Möglichkeit als Konstanten, Klassen- oder Instanzvariablen deklarieren. Also nicht einfach die Werte irgendwo im Code verteilen und sich dann wundern, wenn das Programm nicht mehr richtig läuft, weil man mal vergessen hat, den Wert an einer Stelle zuändern.
- Immer erst überprüfen, ob ein Programmteil sauber funktioniert, bevor man den nächsten anfängt.
- Zunächst die Funktionalität fertigstellen, dann erst die Grafiken einsetzen, wenn der Code einwandfrei funktioniert.
Außerdem haben wir gelernt, dass Tamagotchis sich unter anderem von Sushi ernähren und keine wurmigen Äpfel mögen. Der AS3-Part endete bezeichnenderweise mit dem Abnibbeln des Tamagotchi, bevor wir noch einen kurzen, aber heftigen Überblick über mögliche Neuerungen in AS4 bekamen. Ganz schön starker Tobak, und ich muss zugeben, bei dem Thema hat sich mein Hirn etwa auf halber Strecke komplett verknotet (wie war das noch mit Makramee, Herr MR?). *seufz*
Über den Tag verteilt wurden immer mal wieder O’Reilly-Bücher verschenkt; leider konnte keiner von uns dreien eins davon abgreifen. Auswahlkriterien hierfür wären nämlich unter anderem gewesen: “Wer von euch ist schon mal schneller als 250 km/h auf der Autobahn gefahren?” oder auch “Ich mag den Namen Günther. Heißt zufällig jemand von euch Günther?” Nunja. Bis zum nächsten Seminar brauche ich wohl ein schnelleres Auto oder einen neuen Vornamen…
Nachtrag: Die Unterlagen zum Seminar gibt’s übrigens auch beim Mutterschiff, die komplette Präsentation bei Meister Moock zum Download.